Erwähnung der Gewitter vom 18 und 19.05.17

Erwähnung der Gewitter vom 18 und 19.05.2017

Fotos und Videos wurden von den Mitgliedern des Stormspotter Teams gemacht und unterliegen dem Copyright von www.stormspotter.de
Die Wetterradarfotos unterliegen dem Copyright der dazu verlinkten Webseiten.

Für die Nutzung der Radarbilder im Rahmen unserer Berichte haben wir von Kachelmannwetter.com freundlicherweise eine Genehmigung erteilt bekommen.

Der Bericht:

Nach dem starken Gewitter im Braunschweiger Land vom 13.05. erwartete unsere Region am Mittwoch und Donnerstag sommerliche Temperaturen von bis zu 28°C-29°C. Diese traten auch ein, sowie auch der Einfluss einer langsam hereinziehnden Kaltfront. Der DWD sprach in den entsprechenden Meldungen von einer Wetterlage, bei der sich Deutschland in der "gradientschwachen" Lage einer Tiefdruckrinne befand. Dies begründt zum größten Teil auch, das sehr wechselhafte Wetter und die doppelte Gewitterlage vom 18. und 19.05. Dementsprechend entstanden am Donnerstag den 18.05. die ersten Gewitter in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Ihre Zugrichtung betrug am Mittag des besagten Tages noch Nord-Nord-West. Um 13 Uhr herum entstanden in den besagten Regionen die ersten Gewitter. Gegen 15 Uhr erreichte die größere Gewitterzelle den Raum Hildesheim und Hannover. Zusätzlich entwickelten sich am südwestlichen Teil des Harzes kleinräumige, jedoch kräftige, Gewitterzellen. Gegen 16:25 Uhr zogen letztendlich aus Süd-Süd-West die Gewitterzellen ins Braunschweiger Land hinein.

 

Quelle: Estofex

 

Quelle: Kachelmannwetter

 

Die meisten Chaser waren derweil bereits an der Hannover/Hildesheim Zelle dran, welche auf Radar teilweise sehr signifikatne Reflektionen zeigte. Ein großer Nachteil war an diesem Tag die dichte Wolkendecke, welche diese Gewittercluser vor sich her drückten. Fotogene Fronten waren somit fast ausgeschlossen. Da ich (Sebastian) gesundheitlich Zuhause bleiben musste und die meisten Spotter aus dem Team auf Arbeit waren, gibt es nur sehr wenige Aufnahmen. (... von beiden Tagen) Unser Freund des Hauses Andris konnte im Raum Peine dann letztendlich doch eine leichte Absenkung in Richtung Hildesheim dokumentieren. Ich für meinen Teil postierte die GoPro auf meinem Balkon und dokumentierte dann den Durchzug einer, aus Süden heranziehenden, Gewitterzelle. Der einzige Spotter von uns, der letztendlich dann doch noch hinaus fuhr war Daniel. Dabei konnte er ein paar Panoramen einer matschigen Böenfront machen. Außerdem gelang unserem neusten Mitglied Markus im Raum Wolfsburg ein paar interessante Fotos zu machen. Logischerweise sah das durchziehende System dort etwas besser aus als den Wolkenmatsch den wir hatten.

 

Quelle: Kachelmannwetter

 

Quelle: Kachelmannwetter

 

Beim Durchzug dieses Gewitters gab es Starkregen und viele kräftige Blitzeinschläge. Jedoch war der Anteil von Wolke-Wolke Blitze höher als die, die den Boden erreichten. Die meisten Blitze gingen an diesem Abend im Süden und Südssten von Braunschweig runter.  Dies galt auch für die Regenmengen, welche laut der örtlichen Presse rund 26 Liter pro Quadratmeter betrugen. Laut einer Statistik ist das die Regenmenge eines Monats im Raum Braunschweig. Die Folgen von dieser großen Zahl an Regenmengen  waren vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen, ins besondere in der Region Salzgitter und Wolfenbüttel, sowie Braunschweig Südost. Weitere Details zu den Schäden der Unwetter im gesamten Großraum von Braunschweig liefern die unteren Links zu den Medien. Nach 18 Uhr befand sich das Gewitter letztendlich außerhalb des Raum Braunschweigs.

 

Quelle: Kachelmannwetter

 

Quelle: Estofex

 

Am Morgen des 19.05. musste man schnell feststellen, das die Gewitter nur bedingt eine Abkühlung gebracht hatten. Wer auf die Temperaturwerte von ganz Deutschland schaute, dem wird aufgefallen sein, das im Westen von Deutschland längst Temperaturen von um die 10°C-13°C erreicht wurden, während wir hier noch 20°C-23°C hatten. Im östlichen Deutschland war sogar noch die Wärme der letzten Tage vorhanden, sodass dort Temperaturen von 27°C-30°C herrschten. Die oben genannte Tiefdruckrinne wurde an dieser Stelle sehr gut Sichtbar. Im Laufe des Tages drückte diese Tiefdruckrinne mit der Kaltfront immer weiter nach Osten. Gegen Mittag entwickelten sich im Raum Braunschweig kurze Schauerzellen, die jedoch keine Gewitter hervorbrachten. Um 15 Uhr entstanden in Thüringen und Bayern die ersten schwereren Gewitterzellen mit einer Zugbahn nach Nord-Nord-West. Zum gleichen Zeitraum kommunizerten wir untereinander, wie der weitere Verlauf der Gewitter wohl aussehen wird. Um 17 Uhr herum blickte das Team vermehrt in die Region um Halle an der Saale, Jena und Leipzig, denn dort zog eine Superzelle entlang.

 

Quelle: Kachelmannwetter

 

Kurzzeitig zählte ich rund Neun bis Zehn Stormchaser, die an dieser Zelle dran waren und teilweise spektakuläre Bilder anfertigten. In unserer Gegend hielt sich leider eine starke Bewölkung, weshalb unsere Hoffnungen auf etwas Fotogenes wieder einmal zerschlagen wurde. Das bedeutet natürlich nicht, das es gegen 17:30 Uhr in Braunschweig nicht ungemütlich wurde. Was anfangs noch eine Niederschlagszelle war, bildete sich über Braunschweig rasch zu einem Gewitter zusammen. Benni, welcher sich zu diesem Zeitpunkt beruflich in Lehndorf aufhielt, konnte am Himmel eine Rotation erkennen. Diese wurde kurze Zeit später auch von Kachelmannwetter via Radar erkannt/geloggt. Ein daraus resultierender Funnel oder gleichwertige Sturmschäden gab es in dem betroffenen Gebiet zum Glück nicht. Eine freudige Nachricht für unser Team kam an diesem Tag noch von Markus aus Wolfsburg, denn dieser konnte eine Böenfront von der Arbeit aus fotografieren. Im Verlauf bis 18:25 Uhr prüfte ein Großteil des Team immer wieder mal (nebenher) die weiteren Entwicklungen diverser Einzelzellengewitter im Südosten von Braunschweig. Diese wurden in Verbindung mit den südlicheren Gewittern hervorgerufen.

 

Quelle: Kachelmannwetter

 

Quelle: Kachelmannwetter

 

Letztendlich bildete sich aus den vielen einzelnen Zellen ein überaus großes Multizellen-Gewitter mit einer hohen Blitzrate. Da leider das gesamte Team verhindert war und ich persönlich ebenfalls das Haus nicht verlassen konnte, blieb für zwei von uns nur das Homespotting. Daraus resultieren auch die wenigen Bilder und das Video am Ende dieses Berichts. Neben starken Regen zeichneten sich vor allem sehr starke Blitzeinschläge ab. Erneut gab es Schäden durch Blitzeinschläge und große Regenmengen. Das dass ganze Geblide weiter nördlich besser aussah, bestätigte uns dann erneut Markus, welcher bei Wolfsburg eine nette Böenfront ablichten konnte. Ab 21 Uhr hegten wir noch die Hoffnung, das man die ehemalige Superzelle im Süden von der Rückseite her vielleicht ablichten könnte, nachdem das große Gewitterband über uns hinweg gezogen war. Doch nach und nach nahm die Aktitivät der Zellen stark ab, weshalb wir keine weitere Aktion in Betracht zogen. Somit blieb es bei diesen Impressionen.

 

Quelle: Kachelmannwetter

 

Fazit:
Wieder gab es Tage mit kräftigen Gewittern, überaus starken Blitzeinschlägen und enormen Regenmassen. Leider hatte das Team, aufgrund von ungünstigen Zeiten, nicht wirklich viele Möglichkeiten das Ganze ordentlich zu dokumentieren. Blick man zu den Gewittern hin, so waren sie wirklich nicht fotogen. Anders sah es da mit den Schäden und den Entladungen aus.

 

Presselinks:
RegionalBraunschweig - So heftig traf es die Region

GifhornerBlaulicht
RegionalBraunschweig - Das nächste Unwetter naht

 

 

 

Fotos zu diesem Bericht (Achtung - Neues Fenster öffnet sich!)

-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 02. Juli 2017 um 08:14 Uhr