Stormspotting Bericht vom 02.05.12

Stormspotting Bericht vom 02.05.2012

Fotos und Videos wurden von den Mitgliedern des Stormspotter Teams gemacht und unterliegen dem Copyright von www.stormspotter.de
Die Wetterradarfotos unterliegen dem Copyright der dazu verlinkten Webseiten.

Die Wetterdaten von meiner kleinen Wetterstation können in einigen Punkten von den anderen Wetterstationen aus der Gegend abweichen!

Der Bericht:

Länger als in diesem Jahr mussten wir bisher noch nie auf eine gute Gewitterlage warten. Zwar gab es schon in den Monaten zuvor einzelne, sehr kurze Gewitter in Braunschweig und Umland, doch waren diese zu kurz um direkt dort agieren zu können. An diesem Tag sah schon alles ganz anders aus. In den vorherigen Tagen war es schön warm und ein vorsommerliches Wetter stellte sich ein. Doch die Rückseite des Tiefs "Quinie" über Spanien, brachte den Wolken den letzten Schwung zu ordentlichen Gewitter. Schon am Nachmittag konnten im Südosten stärkere Gewitterzellen beobachtet werden. Diese waren relativ langsam unterwegs, was unserem Team sehr zusagte. In meiner Pause schaute ich ebenfalls aufs Radar und erkannte eine gute Chance auf Gewitter in der Region. Hatte ich am Morgen noch über das Forecast von Estofex geschmunzelt, so nahm ich nun die aktuellen Niederschlagsradarbilder ernster. In einem kurzen Telefonat klärte ich mit Martin ein Treffen am Feld zwischen Rüningen und Geitelde, was ich auch gleich nach meinem Feierabend ansteuerte. Nach einem kurzen Halt Zuhause, um Kamera und Zubehör zu holen, steuerte ich mit Kevin den vereinbarten Treffpunkt an, wo Martin mir schon entgegen kam. Björn und seine Freundin stießen nur kurze Zeit später auch dazu. Das Spotting begannen wir gegen 22:10 Uhr, obwohl es im Südwesten schon einige Minuten vor dem Treffen blitzte. Es waren recht schwache Blitze, die überwiegend aus den oberen Bereichen der Gewitterzellen hervor kamen.


Quelle: Estofex.org

Quelle: Wetteronline

 

Während der ersten kleineren Aufnahmen prüften Björn und ich (Sebastian) die weiteren Verläufe der restlichen, noch nicht in unserer Reichweite liegenden, Gewitterzellen aus Sachsen-Anhalt. Das zu der Zeit aktive Blitzen aus Südwesten kam aus dem Raum Goslar, Seesen, Bad Gandersheim und auch Osterode. Aus, für uns, unerklärlichen Gründen, staute sich die Zelle direkt in dieser Umgebungen auf und entfachte somit immer wieder neue Blitzaktivitäten und auch Unwettererscheinungen. Dieses Aufstauen ging interessanter Weise mehr als 20 Minuten. Gegen 22:45 Uhr waren nun mehrere Blitze aus Süden und Südosten warzunehmen. Die von uns erwartete Gewitterzelle aus Sachsen-Anhalt hatte wirklich weiter durchgehalten, verlor aber zusehnst an Kraft. Das Team beschloss gegen 23:10 Uhr die Position nach Wolfenbüttel Adersheim zu verlegen, um einen besseren Blick auf den Harz und das Vorland zu haben. Die Hoffnung, dass diese Gewitterzelle wieder auffrischt, war noch da und es kam wirklich zu einer erneuten Verstärkung der Gewitterzelle, noch vor Wolfenbüttel. Neben vielen Wolke-Wolke Blitzen gab es auch einige Wolken-Boden Blitze. Kevin und ich beschlossen, den stärkeren Bereich von einer andere Position zu beobachten. Nachdem der eine Ort nicht optimal war, beschlossen wir kurzerhand nach Klein Flöthe zu fahren. In dieser Zeit verstärkte sich die Blitzerate im Süden von unserer Position, sodass wir alle Richtig lagen. Angekommen waren Kevin und ich gegen 23:30 Uhr, wo wir auch gleich die ersten Fotos und Videos aufnahmen. Mittlerweile aber, gab es auch Blitzaktivität hinter unserer Position, sodass wir von zwei Seiten Blitze sehen konnten. Die kräftigste war jedoch weiter am Harz entlang gezogen. Martin und Benni zogen sich nach Braunschweig zurück, wo ihnen dann ein besonderes Ereigniss wiederfuhr. Direkt im südlichen Stadtgebiet von Braunschweig, entwickelte sich innerhalb von 10 Mintuen eine sehr kräftige Gewitterzelle mit Hagelpotential. Martin berichtete mir später von stark Regen mit Aquaplaning und Hagel <1 cm. Zusehen ist dieser Vorfall im zweiten Video unten. (Folgt!)

Björn und seine Freundin fuhren weiter nach Norden und meldeten sich kurz aus Lamme bei mir, wo sie ebenfalls stärkere Blitze aus der frischen Zelle beobachten konnten. Kevin und ich verblieben bei leichten bis mittleren Regen in Klein Flöthe und beobachteten die, teilweise heftigen, Entladungen am Himmel über Bad Harzburg und Vorland. Gegen 00:30 Uhr nahm die Blitzaktivität an unserer Position stark ab, sodass wir die Beobachtung einstellten. Aus Arbeitstechnischen Gründen beendete Martin schon ne halbe Stunde vorher die Beobachtung. Nachdem ich Kevin Zuhause absetzte, fuhr ich noch einmal zu unserem Spotterplatz zwischen Geitelde und Stiddien, vonwo ich noch ein paar Blitze von der Zellenrückseite dokumentieren konnte. Um 00:55 Uhr beendete auch ich die Beobachtung, da die Blitzrate rapdie abnahm und auch die einzelnen Gewitterzellen anfingen zu zerfallen.


Quelle: Wetteronline

Quelle: Wetteronline

Fazit:
Ein würdiger Saisonbeginn mit einigen Überraschungen, die wir bisher nur einmal so erlebt hatten und dies war im Jahre 2010 bei der längsten Stationären Gewitterbeobachtung unseres Teams im Raum Braunschweig. Die explosive Gewitterentwicklung direkt über Braunschweig innerhalb von 10 Minuten hatte ich bisher in unserer Region so noch nicht gesehen und es hatte mich auch nicht gewundert, als Martin von Hagel berichtete. Tatsächlich meldete meine Wetterstation im Interval von 10 Min einen Niederschlaganstieg von 5,7l/m². Bennis Station in Timmerlah konnte sogar 8,5 l/m² vermelden. Die Blitzrate variiierte oft zwischen 2-3 pro Minute, wobei es auch mal 5-6 pro Minute gab. Alles in Allem ein heftiges Gewitter mit einigen sehr schönen Entladungen, die auch das neue Equiment forderte. Lobenswert war auch die Beteiligung des gesamten Teams an einer Beobachtung und die gelungene Aufteilung dieser auf verschiedene Areale.

 


 

Fotos zu diesem Bericht (Achtung, neues Fenster)

-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Mai 2012 um 13:15 Uhr