Stormspotting Bericht vom 18.06.11

Stormspotting Bericht vom 18.06.2011

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Die Wetterdaten von meiner kleinen Wetterstation können in einigen Punkten von den anderen Wetterstationen aus der Gegend abweichen!

Der Bericht:

Der Samstag begann mit reichlich Sonne. Gegen Mittag folgten rasch die ersten Schauerzellen, wobei eine Braunschweig im vollen Umfang traf und somit für ordentlich Feuchtigkeit sorgte. Im Zusammenhang, das wieder die Sonne wieder hervor kam, war die Luftbelastung für Leute mit Atembeschwerden angestiegen. Auch im weiteren Tagesverlauf schoben sich immer wieder Wolken vor die Sonne. Die Wetterlage für den 18.06. sah eher wechselhaftes aus, da im Norden über Dänemark ein Tiefdruckgebiet hinweg zog. Dieses hatte mehrere Kaltfronten im petto, sowie viel Höhenkaltluft. Der Durchzug des Tiefs hatte auch zufolge, das Deutschlandweit die Windgeschwindigkeiten zum Nachmittag hin zunahmen. In Gewitternähe überschritten hin und wieder die Winde die Stärke 5. In diesem besagten Zeitraum entwickelten sich auch gerde in NRW viele kraftvolle Gewitterzellen. Grund für die Entstehung ist die thermische Auslöse (Durch Sonnenenergie und Feuchte), die Wiederum im Westen und Südwesten von Deutschland gegeben war.

Gegen 17:45 Uhr beobachtete ich auf dem Radar ein kleines Mutlizellensystem direkt zwischen Porta Westfalica und Hameln. Die Zellen pulsierten hin und wieder. Dies hatte zur folge das ich mit dem herausfahren bis 20 Minuten vor erreichen des Braunschweiger Landkreises wartete. Hatten sich die mehreren Zellen bei Hildesheim abgeschwächt, so entwickelte sich kurz darauf ein Zellkern neu. Nach einer kurzen Berechnung sollte die Zelle direkt Braunschweig oder Braunschweig Nord erwischen. Ich machte mich gegen 18:30 Uhr auf, um die ersten Eindrücke in Geitelde zu sammeln. Zum ersten mal seit knapp sieben Jahren, musste ich allein auf Spotting gehen. Ich entschied mich für die erste Betrachtung an unseren uralten Spotterpunkt im Westen von Geitelde. Vor Ort sah ich über den Westen eine große Wolkenkante, die ziemlich ausgefranst war. Ich gab dieser Zelle nicht mehr sonderlich viele Chancen und trotzdem änderte ich meine Meinung und fuhr zu den Windrädern. Vor Ort war die Zelle schon weiter heran gezogen und es bot sich plötzlich ein ganz anderes Bild. Auf einmal Blitze die Zelle aus dem nördlichen Teil, die zu dem Zeitpunkt Peine überquert haben musste. Ich stellte schnell meine Kamera auf und fing sofort mit dem dokumentieren an.

 

Quelle: Wetteronline

 

Da die Blitzaktivität relativ gut war, beschloss ich einen anderen Platz aufzusuchen, der nur unweit von meiner aktuellen Position war. Dort baute ich dann endgültig alles auf und zeichnete den Durchzug auf. Wie im Bilderbuch zog die ausgeprägte Gewitterzelle über den Norden an mir vorbei. Ich bekam an meinem Standpunkt erst nach dem Durchzug einen kräftigen Schauer ab. Während des Durchzuges gab es kräftige Abwinde, die in Böen knapp Windstärke 6 überschritten. Nach ein paar Minuten mit starken Regen kämpfte sich die Sonne, von der Rückseite her, wieder heraus. Die Blitzaktivität im Raum Braunschweig war stark gesunken und nahm erst bei Wolfsburg wieder zu.


Quelle: Wetteronline


Quelle: BLIDS.de

 

Als nun die Sonne wieder von der Rückseite schien, bildete sich rasch ein leichter Regenbogen in Richtung der Zelle. Schnell wurde dieser Regenbogen kräftiger und ein zweiter erschien. Die Natur lieferte wieder einmal ein sehr freundliches Bild nach einem Unwetter ab. Während ich mich auf den Regenbogen konzentierte, war die Gewitterzelle ziemlich rasch weiter gezogen und am nordwestlichen Himmel erschien eine Haloerscheinung (Nebensonne). Dieses Lichtphänomen trat durch die niedrige Lage der Sonne, sowie der Eiskristallen einer Wolke auf. Am Horizont direkt war eine weitere Cumulonimbus zu sehen. Nach einigen Minuten fotografieren, wartete ich einfach bis zum Abendrot ab und fertigte dann noch ein paar Fotos an.

Gegen 21 Uhr beendete ich mein Spotting zwischen Geitelde und Stiddien mit knapp 600 Fotos und 15 Minuten Filmmaterial.

 

Fazit:
Die Langlebigkeit dieser Zelle hatte mich an diesem Tag am meisten beeindruckt. So zog sie von Barsinghausen direkt bis nach Braunschweig und weiter, mit nur kleineren Krafteinbrüchen. Dafür das ich vor Ort nichts erwartet hatte, wusste die Natur an diesem Nachmittag echt wie ich zu beeindrucken bin. Unwettererscheinungen gab es bei diesem Durchzug nicht, auch selbst nicht beim Zellkern direkt, der nur hin und wieder stärker wurde. Selten war ein Nachmittag so perfekt wie dieser. Haloerscheinung, Regenbogen, Abendrot und natürlich die Gewitterzelle selbst waren ein kleiner Jackpot des Tages.

 


Fotos zu diesem Bericht (Achtung, neues Fenster)

-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 25. Juni 2011 um 11:37 Uhr