Stormspotting Bericht vom 12.07.10

 

Stormspotting Bericht vom 12.07.2010

Fotos und Videos wurden von den Mitgliedern des Stormspotter Teams gemacht und unterliegen dem Copyright von www.stormspotter.de
Die Wetterradarfotos unterliegen dem Copyright der dazu verlinkten Webseiten.

Die Wetterdaten von meiner kleinen Wetterstation können in einigen Punkten von den anderen Wetterstationen aus der Gegend abweichen!

 

Der Bericht:

Nach einigen Hitzetagen,an denen das Thermometer meist weit über die 30 Grad hinaus ging, gab es durch ein Tiefdruckgebiet mit einer starken Kaltfront, endlich eine kleine Abkühlung. Ursprünglich rechnete ich schon am Sonntag mit einzelnen Gewittern in und um Braunschweig. Tatsächlich entwickelten sich an diesem 11.07. nur kleine, kurzlebige Hitzegewitterzellen direkt bei Werningerode und vielen gleich wieder in sich zusammen. Trotz einer sehr guten Energieversorgung und halbwegs guter Luftfeuchte, reichte es jedoch nicht für langlebige Gewitter. Grund für diese Situation waren die teilweise mageren Taupunkte und ein schlechter “ Deckel “, der für ein längeres Gewitter besser hätte organisiert sein müssen, als wie an diesem Tag.

 


Einen Tag drauf am 12.07 war es im Raum Braunschweig relativ ruhig. Gegen Mittag schossen die ersten Wolkentürme in die Höhe. Ganz anders sah es im Westen von Deutschland aus. Dort bildete die Kaltfront schon extrem starke Gewitterzellen, die unter anderem Torndos, starken Hagel und massive Regenfälle produzierten. Die Zugrichtung war für uns in der Region eher der Knackpunkt. Denn die starken Zellen zogen in Richtung Nord-Nord-Ost und somit waren diese viel zu weit von uns entfernt. Am Ende dieses Berichts findet ihr noch Links zu verschiedenen Nachrichtenseiten, die weitere Informationen über dieses Unwetter im Westen liefern.

 


Immer wieder warf ich ein Blick auf dem Radar und zum Himmel. Irgendwann gegen 17:30 Uhr begannen sich wieder direkt am Harz Gewitter zu bilden. Eine schwache Luftströmung nach Nord-Nord-Ost, gab uns die Chance einen Blick zu riskieren. Martin und ich beschlossen uns nach Wolfenbüttel Ost zu begeben. Durch Glück fanden wir einen sehr guten Standort, in einem höher gelegenen Industriegebiet. Von dort konnten wir wunderbar von Norden bis Süden alles überblicken. Leider schwächte sich die Gewitterzelle recht schnell wieder ab, sodass wir wieder einmal das Pech hatten eine graue Wand zu sehen. Einzig ein leichter Regenbogen versuchte uns zu trösten. Nach einem kurzen Blick auf das Radar, machten wir uns nochmal nach Geitelde auf. Eine einzelne starke Regenzelle hatte sich auf der Höhe von Osterode gebildet und war im Begriff an Braunschweig vorbei zu ziehen. Um 19:15 Uhr beendeten wir beide unsere Beobachtungen. Das einzige was wir sehen waren schöne Wolkentürme im leichten Abendrot. Kaum jemand ahnte, wie sich die Lage ändern würde.


Um 20 Uhr herum, machten mich Benjamin und Martin auf eine heranziehende Gewitterzelle aufmerksam. Über ein Sprachprogramm hatten sie mich eingeladen, um die Lage zu besprechen. Erstmals war auch unser Praktikant Björn dabei. Er hatte bei seinem ersten Spotting mit uns, vor ein paar Monaten leider nichts besonderes erleben können.
Nach kurzer Absprache von Ort und Uhrzeit, machten sich alle Beteiligten auf, um die Zelle von einen geeigneten Ort zu beobachten. Kevin und ich fuhren zur Metro, um dort Björn zu erwarten. Da aber das Gewitter ziemlich nahe heran gekommen war, beschlossen wir, Björn zu benachrichtigen und fuhren zum Feldweg zwischen Rüningen und Geitelde an der Rüningerstraße. Durch Kommunikationsprobleme waren Martin und Benjamin am falschen Ort. Gegen 20:25 Uhr hatten Kevin und ich Stellung bezogen. Nach und nach kamen auch Björn, sowie Martin und Benjamin dazu. Die ersten Windmessungen ergaben leichte Abwinde von rund 20-26 km/h. Frisch wurde es dennoch nicht. Kurz vor Braunschweig teilten sich die Zellkerne und somit hatten wir an beiden Flanken von uns schöne Blitze. Das Radar bestätigte meine Annahme, dass wir genau in der Mitte von beiden Zellen waren. Die westliche ließ aber in der Blitzrate nach und so widmeten wir uns der Östlichen, die ihre Zugrichtung weiter nach Nord-Nord-Osten hielt. Aufgrund der sehr starken Niederschlagsschleier würde ich nicht ausschließen, dass bei beiden Gewitterzellen enorm starker Regen gefallen war. Wir für unseren Teil standen überwiegend im trockenen Teil. Als dann die Blitze näher kamen, setzten wir uns in die Autos, um einen Blitzschlag auszuschließen.

 



21:10 Uhr beschlossen dann alle auf eine Anhöhe bei Geitelde zu wechseln, um auch über den Wald hinweg zu sehen. Dabei teilte sich das Team auf. Kevin und ich waren auf der Straße „Am Sender“. Martin, Benjamin und Björn waren an einer ausgebauten Feldstraße zwischen Geitelde und Stiddien, etwa 2 km von uns entfernt. Zwar waren dort vor Ort noch ein paar Blitze, aber die Rate schwächte sich sehr stark ab. Kevin und ich konnten noch einiges von der Zelle im Osten über dem Elm und kurze Zeit später auch bei Aschersleben beobachten. Langsam setzte leichter Regen an unseren Standort ein, der jedoch nicht lange anhielt.

22:05 Uhr machten Kevin und ich uns auf, um nach Wolfenbüttel Ost zu fahren, dort wo Martin und ich schon am Nachmittag waren. So waren wir etwas näher an der starken Gewitterzelle aus Arschersleben dran. Martin, Benjamin und Björn waren schon einige Minuten vorher auf dem Weg dort hin und konnten beeindruckende Aufnahmen machen. Die Blitzrate der Zelle war ziemlich gut und wie auch bei unserer Zelle in Braunschweig, gab es starke Entladungen. Anhand der Niederschlagsschleier konnte man in etwa abschätzen, wie stark die Abwindbereiche waren. Auch zu diesem Unwetter haben wir Presselinks. Obwohl sich das Gewitter weiter nach Oschersleben und Helmstedt bewegte, schob sich aus Südosten noch eine Gewitterzelle herein. Untypisch war das nicht, hatten wir doch hin und wieder unterschiedliche Windrichtungen festgestellt. Doch gegen 0 Uhr ging auch dieser Zelle die Luft aus und die Blitzrate ging von 15 die Minute auf 2 herunter. Nach und nach blieb nur ein Regengebiet übrig. Wir beendeten unser Spotting im Großraum Braunschweig und machten eine Nachbesprechung in einem Schnellrestaurant.

 

 

 

Fazit:
Seit langen war dies wieder ein sehr gutes Kaltfrontgewitter. Die Blitzrate war bei der braunschweiger Zelle mit 7-10 Blitzen pro Minute recht gut. Die Entladungen der einzelnen Blitze war sehr kräftig und hell. Die Abwinde erreichten an unserer Position nicht mehr als 25-30 km/h. Auch wie am 30.03. hatte unser Team mit dem Regen wieder Glück. Direkt an unserem Standort war eine regenfreie Zone, sodass wir trocken die Dokumentationen anfertigen konnten. Die Krönung des Tages war die noch aktivere Gewitterzelle im Osten, wo wir am Spätabend noch nach Ost Wolfenbüttel gefahren waren. Auch hier waren sehr geringe Abwinde zu spüren, sodass die richtige stärke des Abwindbereichs sich ins Zell inneren und der Laufrichtung nach Norden verlagerte. Ein Riesen Pluspunkt für die Lage war, das alles sehr überschaubar und nicht all zu hektisch war. Das hatten wir der leichten Luftströmung zu verdanken. Unsere Beobachtungsorte waren gut ausgesucht und alle beteiligten hatten eine menge Spaß. An Material haben wir 4 Mini DVDs voll gemacht, das sind immer 1,8 Gigabyte. Und rund 800 Fotos geschossen, davon kommen natürlich die besten in die Gallerie.

Presselinks:
Tagesschau
RP-Online
Die Zeit
Tagesspiegel

 



Fotos zu diesem Bericht (Achtung, neues Fenster)
Wetterstation Daten: 1



-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 29. Juli 2017 um 07:00 Uhr