Stormspotting Bericht vom 09-11.06.10

 

Stormspotting Bericht vom 09-11.06.2010

Fotos und Videos wurden von den Mitgliedern des Stormspotter Teams gemacht und unterliegen dem Copyright von www.stormspotter.de
Die Wetterradarfotos unterliegen dem Copyright der dazu gelinkten Webseiten.

Die Wetterdaten von meiner kleinen Wetterstation können in einigen Punkten von den anderen Wetterstationen aus der Gegend abweichen!

 

Der Bericht:

„Über dem Golf von Biskaya befindet sich ein starker Trog, der sich erwartungsgemäß nicht weiter ostwärts verlagert. Stromabwärts wird der Aufbau eines Höhenrückens vorhergesagt, obwohl die bodennahe Luftmasse und leicht sinkende geopotentielle Höhen eine erhöhte Gewitteraktivität bis weit in die Achse des Rückens fördern dürften. Ein flaches Höhentief überquert die Westtürkei und sorgt für eine verbreitete Auslösung von Gewittern. Über Nordeuropa bleiben kalte und stabilere Bedingungen bestehen. „

Quelle der Vorhersage: Estofex
Übersetzung: Volker M. aus dem Stormchaser Europe Forum


Mit dieser Sypnotik (Meteorologischer Begriff für Zusammenschau) ging wir nun in diese drei Gewitter reichen Tage. Im voraus möchte ich darauf hinweisen, das wir Aufgrund von Materialmangel, keine drei verschiedenen Berichte anfertigen werden. Das heißt dieser eine Bericht enthält alle drei Tage in einem.


Die Wetterlage des Tages





Schon gegen Mittwoch Mittag bildeten sich im Südwesten von Deutschland einzelne Gewitterzellen, die sich rasch aufbauten. Teilweise auch mit einer Neigung zu Superzellen mit Tornadobildung. Im Verlauf des Tages war es mit 31,9 C ziemlich warm geworden und die Sonneneinstrahlung hielt noch an. Gegen Abend bewölkte es sich leicht in der Umgebung von Braunschweig. Fast alle aus unserem Team beobachteten gespannt die Radarbilder im Internet und hofften auf ein Gewitter. Gegen 22 Uhr machten wir uns nun endlich auf. Kevin und ich (Sebastian) fuhren direkt nach Fümmelse Ost zu einem Stichweg, da wird zu dem Zeitpunkt nicht genau wussten, ob die magere Gewitterzelle wirklich im Osten vorbei zog.  Wir informierten zwischenzeitlich Martin, ebenfalls zu unseren Standpunkt vorzustoßen, da er mit Benjamin noch am Punkt zwischen Stiddien und Geitelde stand. Vor Ort begannen wir sofort mit dem Dokumentieren. Leider entpuppte sich die erste Zelle als Flopp, sodass wir auf die zweite warten. Diese quälte sich zu diesem Zeitpunkt über den Harz. Per Mobile Internet konnten wir die Lage sehr gut abschätzen. Wir machten eine Pause und beschlossen, uns  eine halbe Stunde später wieder zu treffen.



Nach einer kurzen Pause konnten wir auch gleich ein paar Biltze aufzeichnen. Angefangen von einer kleinen Einzelzelle im Osten mit magerer Blitzrate bis nach Süden zu einer größeren Zelle mit ein paar mehr Blitzen. An unserem Standort fiel zunächst kein Regen, doch kurze Zeit später gab es einen starken Schauer. Gegen 00:30 beendeten Kevin und ich unser Spotting, nachdem die von uns angepeilte Multizelle im Süden vom Harz sich den Weg über den Berg erkämpfen musste und sich dadurch abschwächte, rechneten wir nicht mit einem starken Gewitter für diesen Tag. Zur Sicherheit empfahl ich Martin und Benjamin die noch eine Stunde zu beobachten. Die beiden hatten leider kein mobiles Internet, sodass sie nur vom Gefühl und der Sichtung ausgehen mussten.



Kurz vor 1 Uhr des 10.06. war die Zelle hinter dem Harz und organisierte sich ziemlich schnell neu. Und schon begann das Feuerwerk. Martin und Benjamin standen geistesgegenwärtig am Spotterpunkt zwischen Geitelde und Stiddien. Beide konnten aus dieser Position sehr gute Fotos machen. Die Gewitterzelle bildete sich schnell zu einem Multizellengewitter aus. Im Verlauf des Gewitters stieg die Blitzrate immer weiter an, bis sie pro Minute mindestens 40 Blitze hatte. Einige davon waren direkte Blitzeinschläge und der Donner war extrem laut, sodass ich selbst wach wurde. Leider konnte ich nur noch mit der Videocam aus dem Fenster filmen.
Gefolgt wurde das ganze Unwetter von sehr starken Regen, aber nur leichten Abwinden.
Gegen 2:30 war das Gewitter nach Nordosten abgezogen.





Freitagmorgen (11.06) 4:00 Uhr.
Mein Handy klingelt mich aus dem Schlaf. Wer ist dran? Martin. Alles klar ein Gewitter zieht heran. Ein super Weckruf, leider musste ich eine Stunde darauf zu Arbeit und so konnte ich an dieser Beobachtung nicht teilnehmen. Gott sei Dank war wieder einmal unsere „Nachtschicht“ Martin und Kevin unterwegs und haben die zwei Gewitterzellen wieder bei den Windrädern abgefangen. Ursprünglich wollten sie eine größere Zelle aus Südwesten abfangen, doch direkt Südöstlich von Braunschweig, bildete sich eine neue Gewitterzelle, die schnell eine starke Blitzrate, viele Einschläge und viel Regen lieferte. Aufgrund der weiter anhaltenden Wetterlage im Zusammenhang mit dem Trog, entstanden weiterhin kräftige Gewitter in unserer Region. Kurz nach 5:30 war die Zelle durch, da schob sich schon die von Martin und Kevin erwartete Zelle aus Hannover heran.

 

Der Wind drehte von Südwest nach West und schob somit eine Gewitterzelle mit zwei Kernen heran. Leider existieren davon nun keine Materialien, da Martin und Kevin keine Möglichkeit hatten, Blitze am Tage aufzunehmen und ich auf der Arbeit war. So mussten wir das Gewitter über uns hinweg ziehen lassen. Aber auch hier wieder gab es kräftige Blitzentladungen, gerade im Zusammenhang mit Blitzeinschlägen. Dazu gab es einen kräftigen Niederschlag, der alle Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn zum langsamen Fahren zwang. Neben einer moderaten Blitzrate und leichten Abwinden, gab es nichts besonderes. Leider kam an diesen Tag kein weiteres Gewitter in unserer Region mehr vor. So mussten wir mit dem Leben, was wir in den beiden Gewittern davor ergattern konnten.

 




Fazit:
In der laufenden Gewittersaison war dies die beste Gewitterlage, neben dem 30.03.
Drei Gewitter in drei Tagen ist echt beeindruckend. Dank Martin, Benni und Kevin gibt es recht schöne Fotos von diesem Naturschauspiel zu betrachten. Das Video rundet diese drei Tage ab.


Presse meldete:
Im Radio war am Freitag zu hören, dass im Eichsfeld (Thüringen) enorme Regenmassen gefallen waren. Da ich beruflich in der Gegend zu tun hatte, kann ich diese Meldung bestätigen. Zu dem Zeitpunkt, als ich dort an einigen Orten durch kam, schoben die Bewohner Schlamm und Laubhaufen von den Gehwegen herunter. Aber auch in Hessen sorgte eine Superzelle für zwei Tornados. Die Schäden hielten sich in Grenzen.
Auf der A2 wurde am Morgen des 11.06 in Richtung Königslutter ein Lastwagen von einem Blitz getroffen. Durch den Einschlag wurde die komplette Bordelektronik lahm gelegt und somit eine Vollbremsung ausgelöst. Da die Fahrbahn durch starken Niederschlag mehr als nass war, kam das Gefährt ins Schleudern, krachte in die Mittelleitplanke und drehte sich wieder zurück in den Graben auf der rechten Fahrbahnseite. Der Fahrer kam mit kleinen Prellungen davon, der  Schaden betrug jedoch 7000€.

Quelle: PressePortal (Offline)


 

-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 29. Juli 2017 um 06:59 Uhr