Stormspotting Bericht vom 24.05.10


Stormspotting Bericht vom 24.05.2010

Fotos und Videos wurden von den Mitgliedern des Stormspotter Teams gemacht und unterliegen dem Copyright von www.stormspotter.de
Die Wetterradarfotos unterliegen dem Copyright der dazu gelinkten Webseiten.

Die Wetterdaten von meiner kleinen Wetterstation können in einigen Punkten von den anderen Wetterstationen aus der Gegend abweichen!

 

Der Bericht:

Nach langer Zeit ohne Gewitter, konnten wir endlich wieder einen Erfolg vermelden. Die Wetterlage war sehr vorbildlich für unsere Region. Durch den relativ nebligen Sonntag morgen und der vielen Sonnenstunden, waren die wichtigsten Zutaten fast komplett gegeben. Am folgenden Tag, zog nun ein Tiefdruckgebiet heran, das durch eine Kaltfront viele Gewitter und Schauer auslöste. Nachdem es am Morgen zwei mal einen starken Regenguss gegeben hatte und zwischenzeitlich auch die Sonne zum Vorschein kam, war die Luftbelastung für manche Menschen ziemlich hoch.

Bei fast 22 Grad und einer Luftfeuchte von 70%, begannen die ersten Zellen sich im Westen von Niedersachsen auf zu bauen. Ich beobachtete auf den Niederschlags- und Blitzradar die Entwicklung einzelner Zellen. Eine die für mich sehr interessant erschien, zog aus nordwestlicher Richtung über Hildesheim hinweg und hielt auf Salzgitter zu.

 



Gegen 13:45 machte ich mich allein zu den Windrädern zwischen Geitelde und Stiddien auf, um diese wachsende Zelle zu beobachten. Vor meiner spontanen Entscheidung zu den Windrädern zu fahren, hatte ich eine leichte anhöhe zwischen Salzgitter und Wolfenbüttel im Blick. So hätte ich die etwas stärkere Gewitterzelle aus Hildesheim auf jedenfall gut dokumentieren können.

Doch was mir bei den Windrädern geboten wurde war auch nicht schlecht. Eine kleine Niederschlagsbasis zeichnete sich rund fünf Kilometer nordöstlich von mir ab. Leider stand mir, für eine genaue Einschätzung der Lage, kein mobiles Internet zur Verfügung. Kurz bevor die einzelne Gewitterzelle über meinen Standort hinweg zog, gab es in der Nähe von mir einen Blitzschlag. Auch im weiteren Verlauf der Aufzeichnungen gab es zwei Blitze und leichte Abwinde, die sich im Rahmen von 30-40 km/h bewegt hatten. Nachdem nun diese Zelle durchgezogen war, zeigte sich auch die Rückseite ziemlich fotogen.




Zuhause konnte ich auf dem Radar mir ein Bild von der Situation machen. Laut den Radaraufnahmen, bildete sich kurz vor meiner Position eine Gewitterzelle, die im weiteren Verlauf
zu einem Multizellengewitter heranreifte. Diese Zog über Salzgitter hinweg und weiter über den Harz in Richtung Südost. Schon zur Mittagszeit bildeten sich ein paar kleinere Gewitterzellen
nördlich von Braunschweig. Diese bildeten im Verlauf des Tages das erste Multizellengewitter, welches durch die Kaltfront auftrat.


 

Fazit:
Braunschweig hatte es an diesem Tag nur leicht erwischt. Bis auf ein paar Blitzen und mittel starken Regen, mit leichten Abwinden gab es nicht viel interessantes. Auch die Einzelzelle, die ich dokumentieren konnte, war nicht das Gelbe vom Ei. Jedoch bleibt die Gewissheit das die Zellen, die sich über Braunschweig gebildet hatten, im späteren Verlauf, südlich von Brandenburg und nördlich von Sachsen, Downbursts und einen Tornado hervor brachten. Leider mit einem tödlichen Ausgang und vielen Verletzten, sowie Sachschäden.






Weiterer Verlauf und Tornado in Rosenheim
Im weiteren Verlauf des Nachmittags setzte wieder starker Sonnenschein ein. So kann das, zuvor von der Gewitterzelle gelieferte Wasser, wieder schnell nach oben transportiert werden. Leider ist die Luftbelastung durch diese Mischung etwas extrem. Astmathiker hatten Probleme beim Atmen, obwohl die Luftfeuchte nicht all zu hoch war. Aber selbst Leute ohne Leiden, hatten leichte Probleme mit der Luft. Weiterhin bilden sich Einzelgewitterzellen im Nordwesten von Niedersachsen. Leider brechen diese im Laufe des Nachmittags zusammen und brachten in unsere Region keine weiteren Gewitter mehr hervor.

Während in unserer Region alles vorbei war, bildete der östliche Teil des Multizellengewitters, südlich von Brandenburg und nördlich von Sachsen eine Superzelle aus. Diese begann gegen Spätnachmittag zu rotieren, was ich über das Radar beobachten konnte. Tatsächlich kam wenig später die erste Meldung: Ein Tornado wurde gesichtet. Die Meldung kam im übrigen von den Medien, erst kurze Zeit später auch von einem Chaser.

Am Abend und in der Nacht begannen die betroffenen Gebiete mit den Aufräum arbeiten. Jedoch am nächsten Tag, wurde der Schaden erst richtig sichtbar. Eine Schneise der Verwüstung auf glatt 70 Km ließ böses erahnen. Viele Straßen mussten für ein paar Tage gesperrt werden. Die Stadt Rosenheim hatte einen Tag nach dem "Tornado" eine Soforthilfe vom Staat bekommen. An dieser Stelle, möchte ich darauf hinweisen, das wir extra am Ende des Textes ein paar Links zusammen gesucht haben, die mehr Einzelheiten vermitteln. Gesprochen wird in den Medien von mehreren Tornados. Doch durch die vielen Schadensbilder und Luftaufnahmen, die die Medien zeigten, wird unter Chasern und Spottern eher ein Downburst (Starke Gewitterböen/Abwinde) vermutet.
Jedoch ist bei den Radarbildern und einem Video ein "Wet Tornado" (Nasser Tornado. Ist durch den Regenschleier nicht zu sehen.) nicht auszuschließen, jedoch nicht auf der gesamten Verwüstungsdistanz.
Die Schadensschneise ist, wie im letzten Jahr die "Windhose in Lengede" (Wir berichteten), bezieht sich nur auf eine Fallrichtung. Bei einer Tornadoschneise wirkt alles sehr zerpflückt und durcheinander.
Tatsächlich würde ich zu 90% von einem richtigen Tornado (F2) und mehreren Downbursts ausgehen.

Einige Chaser bearbeiteten zurzeit den Fall, gehen aber auch von einem F2+ Tornado aus. In Verbindung mit einem, oder zwei Downbursts. An dieser Stelle lege ich ihnen die Tornadosliste von Thomas Sävert ans Herz. Diese Seite informiert sie über alle Tornadovorkommnisse und vermittelt weitere Informationen.


Links:
http://www.tornadoliste.de/
OVB Nachrichten (Offline)
Rosenheim24
ZDF Heute (Offline)
Wetteronline - TOP Thema (Offline)

-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 29. Juli 2017 um 06:58 Uhr