Stormspotting Bericht vom 26.03.10


Stormspotting Bericht vom 26.03.2010

Fotos und Videos wurden von den Mitgliedern des Stormspotter Teams gemacht und unterliegen dem Copyright von www.stormspotter.de
Die Wetterradarfotos unterliegen dem Copyright der dazu gelinkten Webseiten.

Die Wetterdaten von meiner kleinen Wetterstation können in einigen Punkten von den anderen Wetterstationen aus der Gegend abweichen!

 

Der Bericht:

Nach dem wirklich langen Winter, wurden die Temperaturen in den letzten Tagen recht mild. Beeinflusst wurde das Frühlingswetter durch ein Hoch über Südost Europa. Im laufe des Tages zog aus Südwesten immer mehr ein Tiefdruckgebiet herein. Allen voran eine Kaltfront. Gegen Mittag löste diese dann im Südwesten von Deutschland aus. Hier in der Region konnte man beobachten wie kleinen Wolkenhaufen sich in den Himmel erstreckten und immer mehr eine Art Schleier sich ausbreitete. So kamen wir zu Temperaturen von bis zu 24,2 °C hier in Braunschweig Süd.

Gegen 17 Uhr hat die Kaltfront nun auch Braunschweig erreicht. Langsam lies sich aus der dunklen Wolkenwand eine Böenfront erkennen. Diese hat sich bei Wolfenbüttel sehr schön ausgeprägt. Nördlich von Braunschweig sah ich nur einzelne Bruchstücke und Überreste der Wand. Marcel aus Wolfsburg, ein Stormchaser, konnte etwas später eine fast regenerierte Böenfront fotografieren.

 


Estofex berechnungen vom Morgen

 

Ich selbst konnte diese Böenfront nur mit der Handykamera vom Firmengelände aus fotografieren. Auf dem Weg nach Hause über die Autobahn, erfassten mich die ersten sturmartigen Böen. Lastwagen mussten Bremsen, weil ihr Aufbau stark zu Schwanken begann. Auf der Fahrbahn flogen Blätter und Äste durcheinander. Anders als bei anderen Gewittern hatte die Böenfront einen weiten Vorlauf zum Niederschlag und dem Kern selbst. Zwischen dieser Böenfront und dem Niederschlag gab es einzig die starken Abwinde mit 96 km/h Spitze. Eindrucksvoll wird dies auch in unserem Video erkennbar. Es startet direkt nach dem Durchzug der Böenfront.

 


Meine richtige Dokumentation startete allerdings erst gegen 17:45 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war das Gewitter direkt über mir, sodass ich nicht mehr weit zum Beobachten fahren konnte. Mir blieb nur ein Standort etwa 500 Meter entfernt. Da Kevin noch auf der Arbeit war und sonnst keiner der Spotterkollegen in meinem Umkreis bereit war, musste ich alleine dokumentieren. Einzig Benjamin konnte vor dem Durchzug der Front ein paar gute Bilder aus Broitzem machen. Dabei konnte er auch eine Rotation erkennen. Diese wurde sogar wunderbar von Bastians Wettercam aufgezeichnet. Das Video von Bastian stellen wir nebenbei hier auch vor. Bei den Auswertungen zu unserem Stormspottervideo konnte ich in den ersten 15 Minuten ebenfalls eine starke Windscherung erkennen. Auch hatte sich nach und nach die Himmelsfarbe von Grau ins Grünliche gefärbt.


Im Verlauf der Aufzeichnungen gab es in Braunschweig direkt einen Blitzeinschlag. Diesen konnte ich leider nicht aufzeichnen. Für einen März waren jedoch die starken orkanartigen Böen, die Blitzrate und auch der enorme Regen echt ein seltenes Schauspiel. So hatten wir letztes Jahr zu selben Zeit noch vergeblich auf ein Gewitter gewartet. Ich verbrachte bis 18:20 Uhr meine Zeit an dem Standort Leiferde Weg in Rüningen, um ein paar Eindrücke einzufangen. Nebenbei erfassten immer wieder starke Windböen das Auto und peitschten somit das Wasser gegen die Fenster. (Gut zu sehen in unserem Video)

 


Gegen 18:30 verlagerte ich meinen Standpunkt zum Feldweg zwischen Stiddien und Broitzem, um einen guten Blick nach Norden und Osten zu haben. Leider traten kaum noch Blitze am Himmel auf, sodass ich noch ein paar Fotos von Wolkenfetzen im Süden machen konnte. Bei der Analyse und Besprechung mit anderen Spottern und Chasern, kann man dieses Gewitter als nicht alltäglich abstempeln. Zumal es in seinem Entstehungsweg viele Stationen durchlaufen hatte, die selbst vom Weiten wahrgenommen werden konnten. Auch die, wie schon erwähnt, weit vor laufende Böenfront ist ziemlich selten und gibt so die Möglichkeit Blitze aus der Entfernung zu dokumentieren, ohne Nass zu werden.

Fazit:
Für den Saisonstart war dieses Unwetter wahrlich ein Glockenschlag. Ein so kräftiges Gewitter gleich nach einem langen Winter ist ziemlich selten. Eine Ordentliche Blitzrate, sehr starken Regen, Shelfcloudbildung und teils heftige Sturmböen, machten dieses Unwetter für mich schon fast zum Jahresfavoriten. Wir haben im Anschluss noch eine PDF erstellt, in dem einige wenige Meldungen an Unwetterzentrale vorkommen.

 




Die eindrucksvolle Aufnahme aus SZ-Lebenstedt


-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 29. Juli 2017 um 06:56 Uhr