Stormspotting Bericht vom 07 und 08.10.09

 

Stormspotting Bericht vom 07 und 08.10.2009

Fotos und Videos wurden von den Mitgliedern des Stormspotter Teams gemacht und unterliegen dem Copyright von www.stormspotter.de
Die Wetterradarfotos unterliegen dem Copyright der dazu verlinkten Webseiten.

Die Wetterdaten von meiner kleinen Wetterstation können in einigen Punkten von den anderen Wetterstationen aus der Gegend abweichen!

 

Der Bericht:

Nach einem recht frischen und wechselhaften Oktoberanfang, wurde es zum 07.10 relativ freundlich. Mit einzelnen Regengüssen in der Nacht, stiegen die Temperaturen leicht an. Der Grund, für den recht warmen Oktobertag, war eine Warmfrontlinie direkt an dem Tiefdruckwirbel über Skandinavien. Diese lieferte ziemlich warme Luft, mit leichten Auflockerungen, gerade im Raum Braunschweig. Unsere Wetterstation zeichnete dabei Temperaturen im 23 °C - Bereich auf.

 

Am späten Abend fiel Martin und mir (Sebastian) auf, dass sich eine kräftige Kaltfront, mit starken Gewittern und Regen, aus Südwesten nährte. Im Stormchasing Europe Forum berichteten die ersten Chaser aus der Region,  schon eifrig über dieses starke Unwetter. Mit einer Zuggeschwindigkeit von rund 100 km/h zogen und bildeten sich immer mehr Gewitterzellen entlang der Linie. Gegen 23:00 Uhr empfahl ich Martin sich auf  den Weg zu machen, um einen geeigneten Platz für die Dokumentation zu beziehen. Dabei musste er noch unseren ehemaligen Praktikanten und neues Teammitglied Benjamin abholen. Dagegen blieb ich aus arbeitstechnischen Gründen daheim und verfolgte die Gewitterzelle am Rechner. Nach ersten Zugbahnberechnungen und Schätzungen sollte uns die erste, recht kräftig mobilisierte Zelle nur streifen. Leider kam alles anders. Der stärkste Niederschlagskern verlagerte sich weiter nach Süden und bildete sich dort neu aus. Somit  war Peine, Braunschweig und Wolfenbüttel unvermeidlich betroffen.

 

Gegen 23:15 Uhr konnte man am westlichen Himmel einige Blitze ausmachen. Dies konnte ich aber erst mit dem Radarbild von 23:20 Uhr erkennen. Kurz darauf rief mich Kevin an und animierte mich dazu, ebenfalls noch raus zu fahren, da die Linie immer noch eine recht hohe Zuggeschwindigkeit nach Nordosten hatte, somit mussten wir uns etwas beeilen. Während dessen standen Martin und Benjamin schon am Feldweg zwischen Stiddien und Geitelde. Martin bescheibt im Folgenden seine Eindrücke ab 23:30 Uhr, als der stark Regen einsetzte:

"Die ganze Geschichte hat überhaupt keinen Spaß bereitet, da Benjamin und ich etwas spät angekommen sind und noch Zeit gebraucht haben, um das Auto und die Kameras auszurichten. Somit konnten wir nur 10 min effektiv Fotos machen. Darauf hin war schon, die Oben beschriebene Regenfront vor unserem Objektiv und mit feuchtem Objektiv, kann man gute Bilder knicken. Bemerkenswert finde ich, dass kurz bevor die Front da war, der Wind so extrem zu nahm, dass sich die Windräder an unserem Standort, abgeschaltet haben. Zudem war der Niederschlag so extrem, dass die Sichtweite nur 10m betrug. Ein weiterer Grund für meine negative Stimmung besteht darin, dass nachdem die Fornt über uns hinweg zog, das eigentliche Gewitter schon so weit entfernt war, dass wir keine ordentlichen Bilder machen konnten."

Kevin und ich kamen ebenfalls etwa gegen 23:30 halbwegs trocken am Auto an. Die Blitzrate hatte sich mittlerweile auf gute 10 – 15 Blitze pro Minute eingependelt. Als wir gerade raus fuhren, erreichte uns schon der Zellkern mit einem plötzlichen sintflutartigen Regen. Die Sichtweite wurde kurzzeitig auf bis zu 50 m beschränkt. Abwinde mit etwa 60 – 80 km/h peitschten an uns vorbei. Somit war ein Weiterfahren nicht möglich. Kevin gelang es jedoch perfekte Aufnahmen von dem Ablauf des Regens und dessen folgen anzufertigen. Als sich der Regen nach 5 Minuten abschwächte, beschlossen wir zu Martin und Benjamin zu fahren. Auf dem Weg dorthin waren mehrere Straßen und Unterführungen überflutet. Gerade im Ort Geitelde lief das Wasser etwa 2 -, wenn nicht sogar 3 cm hoch, die Hauptstraße herunter. Ebenfalls von uns dokumentiert. Nach weiteren Minuten ließ der schnelle Wasserstrom immer weiter nach. Gegen 23:50 Uhr kamen wir bei Martin an und konnten halbwegs die Rückseite des Unwetters dokumentieren. Lang blieben wir dort jedoch nicht, denn nachdem wir einen Anruf bekommen haben, dass unsere Keller im Haus wieder voll gelaufen war, fuhren wir umgehend zurück. Martin und Benjamin fertigen weitere Dokumentationen an und beendeten ihr Spottingen gegen 00:10 Uhr endgültig.

 




Hier ein paar kleine Daten von meiner Wetterstation


07.10.2009 - 15:52 Uhr
Temperatur: 23,7°C
Luftdruck: 1010,3 hPa (Rel.)
Luftfeuchte: 63%
Niederschlag: 0,0 mm

07.10.2009 – 23:02 Uhr
Temperatur: 16,9° C
Luftdruck: 1006,6 hPa (Rel.)
Luftfeuchte: 90%
Niederschlag: 1,8 mm

07.10.2009 – 23:57 Uhr
Temperatur: 16,3°C
Luftdruck: 1007,4 hPa (Rel.)
Luftfeuchte: 92%
Niederschlag: 15,0 mm (In 10 Minuten 13,2mm)

 

08.10.2009 – 03:02 Uhr
Temperatur: 14,4°C
Luftdruck: 1006,0 hPa (Rel.)
Luftfeuchte: 95%
Niederschlag: 19,2 mm

 

 

Nach dem ersten Gewitter mit schwerem Niederschlag dauerte es nicht lang, als eine ebenfalls neu mobilisierte Gewitterzelle aus Südwesten an Braunschweig vorbei zog. Diesmal wurde Braunschweig im Osten gestreift. Ich konnte aus dem Fenster einige  Videodokumentationen anfertigen. Das Gewitter streifte uns etwa um 01 Uhr und war um 01:15 Uhr komplett durchgezogen. Neben "normalem" Niederschlag war ansonsten nichts weiter vorgefallen.

 

Besondere Anmerkung:
Im Verlauf des Morgens vom 08.10. gab es weiterhin teils kräftige Niederschläge die bis ca 10 Uhr anhielten. Diese Niederschlagsgebiete gehörten davor zu einem Gewittersystem, was sich abgeschwächt hat. Laut Messungen unserer Wetterstation gab es in den letzten 24 Stunden vom 07.10. 19 Uhr bis 08.10. 19Uhr knapp 28,9 mm Niederschlag, die ziemlich enorm für so eine kurze Zeit ist. Am morgen Regnete es knappe 9,6 mm in 4 Stunden.

 

Fazit:
Das letzte richtige Oktobergewitter, was wir als Team Stormspotter dokumentiert haben, liegt schon gute drei Jahre zurück. Eigentlich hat niemand aus dem Team mit einem Gewitter im Herbst gerechnet. Aufgrund der milden Temperaturen war es kein Wunder, dass sich die Zellen so extrem aufbauten. Eine Überraschung unserer Seits war gelungen, jedoch haben wir das Timing wieder mal verpasst. Das Unwetter war für den Oktober wirklich eine Seltenheit. Recht akzeptable Blitzraten, enorme Niederschlagsraten und starke Abwinde machten das Gewittersystem nicht unattraktiv.Somit ein würdiger Saisonabschluss. Das Video von Kevin und mir wird ihnen sicherlich genügend Eindrücke liefern.

Weiterhin halten wir für Sie einen Link zu Newsclick, der Regionalen Zeitung, bereit, die ebenfalls über das Unwetter berichten. Als Abschluss des Ganzen, haben wir noch alle Unwettermeldungen aus Deutschland zu dem Abend, von der Unwetterzentrale Deutschland als PDF hinterlegt.

 







-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 29. Juli 2017 um 06:55 Uhr