Stormspotting Bericht 20 und 21.08.09


Stormspotting Bericht vom 20 und 21.08.2009

Fotos und Videos wurden von den Mitgliedern des Stormspotter Teams gemacht und unterliegen dem Copyright von www.stormspotter.de
Die Wetterradarfotos unterliegen dem Copyright der dazu verlinkten Webseiten.

Die Wetterdaten von meiner kleinen Wetterstation können in einigen Punkten von den anderen Wetterstationen aus der Gegend abweichen!

 

Der Bericht:


Am Donnerstag den 20.08. gab es einen richtigen Hitzeschock, da meine Wetterstation 37,1 °C im Schatten, maß. Die Temperatur betrug 40,9 °C mit direkter Sonneneinstrahlung. Der Grund für diese enorme Erwärmung war ein Hoch, dass kurzfristig in allen Höhenschichten einen sehr warmen Luftmassenschub bewirkte. Ursprünglich stammte dieses Hoch aus Nordafrika und dem westlichen Mittelmeerraum. Im Zusammenspiel mit der noch kräftigen Sonneneinstrahlung und einem südlichen Wind, entwickeltet sich ein idealer Nährboden für Gewitter. In der Nacht und den frühen Morgenstunden trug dieser Nährboden, in Verbindung mit einer heranziehenden Kaltfront aus Westen, Früchte. Als Ergebnis gab es eine Squall-Line (Gewitterlinie) über den BeNeLux, bis an die Nordseeküste. Auch vor der Squall-Line bildete sich im Verlauf des Abends ein Multizellencluster (Mehrzellige Gewitterzelle), die ebenfalls immer wieder neu entflammte.




Quelle: Wetteronline

Ziemlich zerpflückter Multizellencluster



Gegen 00:15 Uhr wurde Braunschweig von einem Teil dieses Clusters getroffen. Vermehrt waren nur starke Sturmböen zu verzeichnen. Die Geschwindigkeit reichte von 70 - 90 km/h in Böen. Im Südwesten zeichnete sich schon das erste Wetterleuchten ab. Martin und Benjamin machten sich zu diesem Zeitpunkt nach Hannover auf, um dort einige Blitzfotos zu machen. Dabei sind sie dem Zentrum dieses Unwetters ziemlich nahe gekommen. Aufgrund der schnellen Luftströmung waren die Gewitter alles andere als langsam. Direkt in Braunschweig setzte der Regen erst gegen 00:25 Uhr ein, als die ersten Blitze schon direkt über Braunschweig hinweg gezogen sind. Die Blitzrate war mit bis zu 5-9 Blitzen pro Minute gerade noch akzeptabel, da ich am nächsten Morgen Arbeiten musste, war für mich ein Spotting vor Ort unmöglich. Es blieb nur eine Beobachtung aus dem Fenster. Dennoch konnten die beiden schöne Fotos aus dem Raum Hannover machen, da die Zellen immer wieder neu und ziemlich spontan anbauten, konnte man Blitze selbst bis kurz vor 1:45 Uhr, im Nordosten beobachten. Überwiegend gab es zu 75% Wolkenblitze und der Niederschlag betrug nur 0,6 mm / m². Somit gab es in der Nacht so gut wie kaum Regen. Die Luft kühlte sich durch die Kaltfront in zwei Stunden um knappe 7 °C ab. (Von 25,6°C auf 18,9°C)



Nach der ersten, recht windigen, Abkühlung zog gegen 04:15 Uhr das nächste Gewitter auf. Diesmal jedoch nur eine kleine Squall-Line. Direkt nach der Tour aus Hannover machten sich Martin und Benjamin auf um dies zu dokumentieren. Zwischen Geitelde und Stiddien konnte sie einige gute Aufnahmen machen. In der Zelle steckte aber deutlich weniger Blitzaktivität und Wind, als in der Zelle, die sie in Hannover beobachten konnten. Jedoch gab es hier starken Regen, in den 4 Stunden fielen über Braunschweig Süd 5,4 mm Regen herab. Danach blieb es den Tag Stark Bewölkt.



Ich selbst konnte um 06:45 Uhr in der Umgebung Salzgitter-Lebenstedt Richtung Hildesheim noch einen starken Niederschlag mit starker Blitzentladung sehen, jedoch nicht dokumentieren. Diese lies aber schnell nach.

Am Nachmittag, um 16 Uhr, zog nochmal aus Westen ein kräftiges Regengebiet auf. Dieses überzog eine Stunde lang, die Umgebung um Braunschweig mit teils heftigem Niederschlag. Meine Wetterstation meldete bis zu 5,4 mm zwischen 15 - und 17 Uhr.




Niederschlagsdiagramm meiner Wetterstation.

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Messung der Luftfeuchtigkeit

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Fazit:
Der 20.08. hatte überall im Land einige Temperatur Rekorde gebracht, die sich in der Nacht mit recht starken Gewittern wieder abflauten. Obwohl die Blitzrate nicht so hoch war wie erwartet, blieb enormer Regen in unserem Raum aus. Dies gilt auch für den Tagesverlauf. Braunschweig hat weniger abbekommen, als andere Orte, die noch nicht mal mehr als 5 km von Braunschweig entfernt sind. Anhand von Nachforschungen waren somit die schwersten Gewitter an der Linie entlang, Osnabrück und Umgebung. Teilweise mit bis zu 70 Blitzen pro Minute und heftigem Niederschlag.

 

-=vielen Dank fürs Lesen=-

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 29. Juli 2017 um 06:55 Uhr